Verdopplungsaktion Weihnachten 2025
Im Gespräch mit Unternehmer Christopher Lüling. Über Herzensanliegen und Gottvertrauen, über die Spannung zwischen Planen und Loslassen – und warum Großzügigkeit keine Einbahnstraße ist.
Christopher Lüling ist Betriebswirt. Einer, der Zahlen liest wie andere Menschen Romane. KPIs, Invest und Return. Das sind Kategorien, in denen er beruflich denkt und handelt. Er ist also nach herkömmlichem Verständnis ein klassischer “Finanzmensch”.
Lüling ist Teil der Familie, die BURG-WÄCHTER führt, einem der weltweit bekanntesten Hersteller von Sicherheitstechnik. Das Familienunternehmen wurde 1920 gegründet und beschäftigt heute rund 600 Mitarbeitende weltweit. Tresore, smarte Türschlösser, Briefkästen, Videosysteme, Vorhangschlösser. Überall dort, wo Menschen Sicherheit suchen, ist die Marke präsent.
Seit fast 20 Jahren engagiert sich die Familie Lüling aber nicht nur an ihrem Sitz im nordrhein-westfälischen Wetter, sondern auch in Indien. Über die Organisation “Vishwa Jyoti” wurden Waisenhäuser aufgebaut und Schulen gegründet. Christopher Lüling ist nicht nur privat Spender, er ist im Vorstand aktiv, besucht die Projekte, verfolgt die Wirkung. „Zu sehen, wie sich die Kids entwickeln, ist einfach nur toll“, sagt er.
Das Engagement ist kein PR-Projekt. Es ist Teil der DNA. „Meine Eltern haben schon sehr früh darauf geachtet, dass wir bereits als Kinder geben“, erzählt er. Die Prägung blieb. Und heute ist Großzügigkeit bei ihm ein zentrales Thema. Nicht nur Geld geben, sondern auch Zeit investieren. Sich einbringen. Dranbleiben.
Doch das ist nicht immer einfach. Gerade jetzt, in wirtschaftlich und geopolitisch schwierigen Zeiten. Christopher Lüling will trotzdem weiterhin geben. „Großzügigkeit ist ein Akt des Vertrauens“, sagt er. Und dann fügt er hinzu: “Geben ist befreiend.“ Aber auch eine Bürde, eine Pflicht, weil Reichtum nicht gut ist? Das beschäftigt ihn. „Es heißt ja, es sei extrem schwer für einen Reichen ins Reich der Himmel zu kommen“, sagt Christopher Lüling. „Und das ist für mich auf jeden Fall immer wieder so ein Aufhänger: Wärst oder bist du wirklich bereit, all dein Hab und Gut aufzugeben?“ Es ist keine rhetorische Frage. Es ist eine, die er sich regelmäßig stellt.
Was ihn antreibt? Die Menschen. „Wenn man die Projekte besucht und die ganzen Erfolgsgeschichten sieht, dann ist man direkt geneigt, noch einmal zu geben“. Für jemanden, der gewohnt ist, alles zu messen, ist das eine bemerkenswerte Aussage. Denn Emotionen kann man nicht in Excel-Tabellen packen. „Natürlich ist es als Betriebswirt und Finanzer immer so: Wie viel Invest habe ich gegeben und wie viel kommt dabei raus?“, sagt er. Aber er weiß auch: Es gibt KPIs, die man nicht messen kann. Und die sind manchmal die wichtigsten.
Seine größte Empfehlung an andere? „Man muss ein Herzensanliegen haben, dann gibt man gerne und ist auch großzügig.“ Einfach nur zu geben, weil man geben müsse, das führt nicht weiter. Es braucht eine Verbindung. Und die findet man nicht am Schreibtisch. „Mein größter Tipp ist: Projekte besuchen und mit anpacken. Dann steckt das einen direkt an.“ Sich auf den Weg machen, mit Menschen in Kontakt treten, die schon etwas unterstützen, sich einlassen: Dann findet man sein Herzensprojekt.
Christopher Lüling nutzt für sein Engagement die Plattform Sinngeber. Der Vorteil liegt für ihn auf der Hand: „Es geht um Gemeinschaft und effizientes Geben. Die Möglichkeiten verändern Philanthropie“, sagt er. Um Menschen, die mit ihren Herzensanliegen Philanthropie verändern. Um Geschichten, die inspirieren. Um die Frage: Kann ich vielleicht noch mehr geben und was macht das mit mir?
Sie engagieren sich seit fast 30 Jahren in Indien. Wie kam es dazu?
Großzügigkeit scheint bei Ihnen Familientradition zu sein. Wie kam das?
Ist das Geben nicht auch manchmal eine Bürde, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten?
Wenn man die Bibel nimmt, sagt Jesus, dass es extrem schwer für einen Reichen ist, ins Reich der Himmel zu kommen. Und das ist für mich auf jeden Fall immer wieder so ein Aufhänger: Christopher, bist du wirklich bereit, all dein Hab und Gut aufzugeben und Jesus zu folgen? Diese Frage stelle ich mir relativ häufig.
Was würden Sie anderen Unternehmern raten, die überlegen, sich philanthropisch zu engagieren?
Mein größter Tipp ist: Zu bestehenden Projekten anderer Spender hinfahren und sich das anschauen. Dann steckt das einen direkt an. Aber dafür muss man bewusst mit Leuten in Kontakt treten, die schon etwas unterstützen und ein Herzensanliegen haben. Und sich darauf einlassen. Und dann seinen Schwerpunkt finden. Manche machen etwas für Kinder, manche mehr für Erwachsene, manche gehen in den Bereich Sport, manche in Musik. Es gibt so viele Möglichkeiten. Wenn man sich darauf einlässt, findet man auf jeden Fall was.
Was bedeutet Ihnen die Gemeinschaft rund um Großzügigkeit?
Was gibt Ihnen Ihr Engagement persönlich zurück?
Natürlich ist es als Betriebswirt und Finanzer immer so: Wie viel Invest habe ich gegeben und wie viel kam dabei raus. Das ist natürlich bei mir ganz, ganz stark. Aber alleine schon, wenn ein Kind dich anlächelt, dann ist das Gewinn pur.
„Vishwa Jyoti“ bedeutet in Sanskrit-Sprache „Licht für die Welt“. Seit der Vereinsgründung 1996 arbeitet der deutsche Verein eng mit einem indischen Partner zusammen, der in Ostindien sowie in Nepal aktiv ist. Die Organisation unterstützt Waisenhäuser, Schulen und soziale Projekte in einer Region, in der Christenverfolgung real ist.
Durch regelmäßige, jährliche Besuche in Indien kennt das Team viele der unterstützten Menschen persönlich und sieht, wie die Spenden bei den Menschen ankommen. Alle Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich, die Verwaltungskosten werden unter einem Prozent gehalten. Das Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe, damit die Projekte langfristig ohne Spenden laufen können.
Die Familie Lüling ist seit fast 30 Jahren eng mit Vishwa Jyoti verbunden und hat in dieser Zeit den Aufbau mehrerer Waisenhäuser und der Carmel English School unterstützt – eine christliche, englischsprachige Schule, die das Ziel hat, auch Kindern aus mittellosen Familien eine sehr gute Ausbildung zu ermöglichen.
Alle Spendeneingänge bis zu 50.000 € werden verdoppelt. Die Aktion läuft bis zum 31. Dezember 2025.
Wir bieten verschiedene Möglichkeiten, um Ihre Spenden in Wirkung zu bringen.