Ehemalige Guerilla-Kämpfer, Paramilitärs, Soldaten und Opfer des bewaffneten Konflikts nehmen an Versöhnungsprogrammen („Opfer und Täter im Gespräch“) teil und arbeiten gemeinsam, um zerstörte Infrastruktur in ihren Dörfern aufzubauen.
Aufarbeitung des Konflikts und der einzelnen Schicksale, Frieden & Versöhnung. Friedliches Zusammenleben mit gegenseitiger Unterstützung.
Das Programm wird an Orten durchgeführt, die besonders vom bewaffneten Konflikt betroffen waren. Es finden separate Vorbereitungsgespräche sowohl mit den betroffenen Dorfbevölkerung als auch den ehemaligen Mitgliedern bewaffneter Gruppen oder der Armee statt. Die Teilnehmer nehmen dann gemeinsam am Programm „Opfer und Täter im Gespräch“ teil. In den Gesprächsgruppen haben die Opfer die Möglichkeit, ihre Leidensgeschichte zu erzählen und die Täter damit zu konfrontieren. Die Täter erzählen auch ihre Lebensgeschichte. Anhand von Themen wie „Verantwortung übernehmen“, „Schuldbekenntnis und Reue“, „Wiedergutmachung und Versöhnung“ werden die Folgen der Straftaten aufgearbeitet. Die Täter übernehmen Verantwortung, bitten um Vergebung und leisten Wiedergutmachung.
Die Geschädigten entscheiden gemeinsam, welche Wiedergutmachungsleistung durchgeführt werden soll. Opfer, Täter und die Dorfgemeinschaft arbeiten dann gemeinsam, um zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen (Brücken, Schulen, Kirchen, Sportplätze,….) oder Häuser der Erinnerung zu bauen.
Durch die Gesprächsgruppen, die Einzelbegleitung aller Teilnehmer und die gemeinsame Arbeit für eine bessere Zukunft, kann Heilung und Versöhnung geschehen.
Mayerly Suarez wurde mit 11 Jahren von einer paramilitärischen Gruppe (AUC) zwangsrekrutiert und an der Waffe ausgebildet und dazu gezwungen schlimmste Straftaten zu begehen. Zitat bei einer Abschlussveranstaltung des Programms:
„Ich bitte um Vergebung, weil ich als Mitglied der AUC viel Schaden angerichtet habe. Aber ich vergebe auch jenen, die mich dazu gezwungen und mir ein Stück meiner Jugend geraubt haben. Ich möchte allen Versammelten sagen, dass die meisten Leute nicht freiwillig bei diesen Gruppen waren, sondern weil ihnen ihre Lebensgeschichte oder die Umstände keine andere Wahl ließen.“
