Das Programm Fußballschulen von Prison Fellowship Kolumbien ist ein Präventionsprogramm durch Fußballtraining.
Das Programm wird in Sektoren Medellins und Barranquillas mit hoher Kriminaliäts- und Drogenabhängigkeitsrate durchgeführt. Den Kindern und Jugendlichen wird dadurch eine Alternative zur Zugehörigkeit einer kriminellen Bande, zu Drogen und Gewalt angeboten. Begleitend zu dem eigentlichen Fußballtraining finden Kurse zur Vermittlung von Werten und sozialen Fertigkeiten statt. Dabei lernen die Teilnehmer auch einen anderen Umgang mit der Bewältigung von Konflikten, werden in ihrer freien Meinungsäußerung und in ihrem Selbstwert gestärkt.
Pro Stadtteil werden pro Jahr ca. 70.000 Euro benötigt, um eine der Fußballschulen betreiben zu können. Wir freuen uns über Spenden – oder Patenschaften für eine oder mehrere Fußballschulen.
»Sport: Training, bei dem Technik und körperliche Kondition trainiert werden.
»Community: Fußballturniere zwischen Stadtteilen und Schulen, Camps, Veranstaltungen und Aktivitäten in der Nachbarschaft.
»Psychosoziale Unterstützung: Wertevermittlung, Persönlichkeitsstärkung, Elternschule, Hausbesuche, persönliche Begleitung, Freizeitangebote, …
In Barranquilla wird das Programm u.a. von Sofanor und José umgesetzt. Beide waren früher Mitglieder bewaffneter Gruppen. José wollte Sofanor umbringen und hat 4x auf ihn geschossen. Sofanor hat überlebt, ist seitdem aber querschnittsgelähmt. José hat im Gefängnis am Programm Opfer und Täter im Gespräch teilgenommen. Dadurch hat er sein Leben verändert und gesehen, was er seinem Opfer und der Familie seines Opfers angetan hat. Nach 7 Jahren wurde er entlassen. Mithilfe von Prison Fellowship fand dann ein Täter-Opfer-Ausgleich statt. Sofanor konnte José vergeben. Inzwischen sind sie beste Freunde. Gemeinsam arbeiten sie ehrenamtlich im Gefängnis und gemeinsam leiten sie das Fußballpräventionsprogramm. José trainiert die Kinder und Jugendlichen, Sofanor vermittelt Werte.
Da beide auch aus dem Problemviertel kommen und selber eine schwierige Vergangenheit hatten, sind sie für die Jugendlichen Respektspersonen und Vorbilder und können so viele davor bewahren, in die Kriminalität abzurutschen.
Zitate von Teilnehmern:
»Ich war vorher Teil einer kriminellen Gang, ich musste mehrere Prozesse durchlaufen, um aus diesem Leben herauszukommen. Zuerst kam ich als Spieler zu der Fußballschule und durch meine Trainer konnte ich von den Drogen wegkommen. Jetzt bin ich Teil des Programms als Trainer von einer der Stadtteile.
»Früher war die Nachbarschaft sehr gefährlich. Es gab immer Schießereien. Jetzt trainieren wir und es ist nicht mehr so gefährlich wie zuvor. Es gibt keine Schießereien mehr und die Kinder haben keine Angst mehr rauszugehen und zu spielen. Auch die Mütter haben keine Angst mehr.
